Die OM-3 bietet sage und schreibe fünf Anwendermodi (custom modes) C1 bis C5, in denen man die bevorzugten Kameraeinstellungen speichern und mit einem einfachen Dreh am großen Moduswahlrad abrufen kann. Das ist sogar noch ein Anwendermodus mehr als beim Flaggschiff OM-1 II.
In den Anwendermodi werden fast alle Einstellungen der Kamera festhalten, darunter
- Aufnahmemodus (P, A, S, …)
- Belichtung (Blende, Verschlusszeit, ISO)
- Autofokus (C-AF, S-AF, …)
- AF-Feld (Single, Small, …)
- Motiverkennung (Gesicht und Augen, …)
- Betriebsart (Standard, Lautlos, Serie, …)
- Tastenbelegungen
Eine vollständige Liste findet sich in der Bedienungsanleitung (S. 519 ff). Damit man die gespeicherten Anwendermodi nicht dauernd wieder ändern muss, macht es Sinn, sich zunächst ein paar Gedanken über die Grundeinstellungen der Kamera zu machen.
Aufnahmeszenarien
Wie nutzt man nun die vielen Anwendermodi am besten? Zunächst sollte man sich überlegen, welche Aufnahmeszenarien für einen selbst wichtig sind. Bei mir sind das Portrait, Kinder drinnen und draußen, Feste, Reise, Landschaft, Architektur, Garten, Vögel und Insekten, Makro und Nachtaufnahmen. Dazu kommen gelegentlich Panoramen und berufsbedingt Produktfotos. Außerdem interessieren mich hochaufgelöste Modi und die schnellen Aufnahmemodi, die ich bisher noch gar nicht nutze.
Das sind nun dummerweise deutlich mehr als 5 Szenarien. Allerdings wäre es sowieso nicht sehr sinnvoll, lauter Anwendermodi zu definieren, die sich nur in Details unterscheiden. Da ist es beim Fotografieren leichter, ein oder zwei Einstellungen zu ändern.
Einstellungen
Für mich ergeben sich damit die folgenden grundlegenden Anwendermodi:
| Nr. | Genre | Modus | Belichtung | AF / Motiv | AF-Feld | Betriebsart | Sonstiges |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1 | Still | A | 1.4, ISO 200 | S-AF + MF | Single | Einzeln | AF-Hilfslicht an |
| 2 | Menschen | A | 1.4, ISO 200 | C-AF / Gesicht & Augen | Single | Einzeln | – |
| 3 | Bewegung | S | 1/2000 s, ISO Auto | C-AF / Vögel | Large | Lautlos Serienbild oder SH2 | – |
| 4 | Astro | M | 10 s, 1.4, ISO 3200 | Sternenhimmel AF | Large | Lautlos, Auslöseverzögerung 2 s | – |
| 5 | Panorama | M | 1/125 s, 1.4, ISO 200 | MF | – | Einzeln | – |
Still eignet sich für alles, was sich nicht bewegt, seien es Landschaften, Gebäude oder Gegenstände.
Menschen eignet sich für Portraits genauso wie für Feste. Je nachdem, wieviel Licht man hat (draußen, drinnen oder im Studio) muss man eventuell den ISO-Wert ändern oder auf ISO Auto wechseln.
Bewegung eignet sich für rennende Kinder ebenso wie für Vögel, Hunde, Katzen oder Sport. Je nach Anwendungsfall kann man zusätzlich die passende Motiverkennung aktivieren oder Pro Capture verwenden.
Bei Astro (für Stativaufnahmen) sind fast alle Einstellungen anders. Aber gerade in dunklen und kalten Nächten ist so ein Anwendermodus sehr willkommen.
Panorama ist generell für alle Zwecke geeignet, wo viele Bilder mit den gleichen Einstellungen gemacht werden sollen. Falls erforderlich, kann man (z.B. beim ersten Bild einer Serie) den Autofokus mit einem Druck auf AF-ON nutzen.
Sichern
Um einen Anwendermodus zu definieren, muss man zunächst alle gewünschten Einstellungen an der Kamera vornehmen. Im Hinblick auf die Blende empfiehlt es sich, das lichtstärkste vorhandene Objektiv anzusetzen und die Blende maximal zu öffnen. Alle Objektive, die man später mit dem Anwendermodus verwendet, werden dann automatisch auf ihre größte Blendenöffnung gestellt.
Nachdem alles eingestellt ist, geht man im Menü im Register 1 auf die erste Seite, dort auf Anwendermodus und dann in eine der Zeilen C1 bis C5. Anschließend geht man auf Zuweisen und Übernehmen und bestätigt mit OK. Anschließend empfiehlt es sich, unter Name Anw.-modus einen Namen zu vergeben.
Den Punkt Einstellungen speichern lasse ich auf Verwerfen stehen. Wenn ich später während des Fotografierens in einem Anwendermodus die Einstellungen der Kamera verändere, bleiben die im Anwendermodus gespeicherten Einstellungen trotzdem erhalten.
Natürlich lassen sich alle Anwendermodi oder einzelne Einstellungen bei Bedarf wieder ändern, indem man sie erneut zuweist.
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