Kehrwertregel (MFT)

Die Kehrwertregel beschreibt, wie die Belichtungszeit in Abhängigkeit von der Brennweite des Objektivs gewählt werden sollte, um ein scharfes Bild zu erhalten. Sie berücksichtigt dabei den bekannten Effekt, dass es sehr viel schwieriger ist, ein Teleobjektiv als ein Weitwinkel ruhig zu halten:

Beim Fotografieren aus der Hand soll die Belichtungszeit höchstens so lang sein wie der Kehrwert der Brennweite, damit die Aufnahme nicht verwackelt.

Die Kehrwertregel wurde schon vor Jahrzehnten für die damaligen Kleinbildkameras formuliert. Da Micro Four Thirds-Kameras einen entsprechenden Bildausschnitt bereits mit der halben Brennweite erreichen, gilt hier für das Verhältnis von maximaler Belichtungszeit t und Brennweite f:

tMFT = 1 / (2 f) (K1)

Bei einer Brennweite von 25 mm sollte man demnach höchstens mit 1/50 s belichten, bei 45 mm höchstens mit 1/90 s.

Heute sind die meisten Kameras allerdings mit einem Bildstabilisator ausgestattet, mit dem Belichtungszeiten von einigen Sekunden problemlos möglich sind. Umgekehrt besteht bei bewegten Motiven bei den durch die Kehrwertregel gegebenen Belichtungszeiten das Risiko von Bewegungsunschärfen. Die Kehrwertregel beschreibt also nur einen Aspekt für die Auswahl einer geeigneten Belichtungszeit.