Olympus OM-D E-M5 III JPEG-Einstellungen

Olympus-Kameras sind für die sehr natürlichen Farben ihrer JPEG-Bilder bekannt. Zusätzlich bieten sie zahlreiche Möglichkeiten wie Farbprofile und Gradationskurven, mit denen man das Bild den eigenen Vorstellungen anpassen kann. Mit etwas Übung lassen sich so Ergebnisse erzielen, die einem nachbearbeiteten RAW nahe kommen [Laing 2016]. Außerdem bietet JPEG den großen Vorteil, dass mit dem Drücken des Auslösers das Bild fertig ist und sofort geteilt werden kann.

Für die Aufnahme von JPEG-Bildern mit der Olympus OM-D E-M5 III ist es empfehlenswert, sich neben den Grundeinstellungen noch ein paar JPEG-spezifische Einstellungen anzusehen. Überraschenderweise ergeben sich dabei auch für RAW interessante Aspekte.

Die mit einem * gekennzeichneten Einstellungen können außer über das Menü auch über das Kontrollfeld vorgenommen werden (siehe unten). Für die technisch eng verwandten Modelle Olympus OM-D E-M1 III und die E-M1X sehen die meisten Einstellungen übrigens fast genauso aus.

Aufnahmemenü 1

Aufnahmemenü 1

1. Bildmodus*

Für JPEG-Aufnahmen lassen sich mit dem Bildmodus schnell und einfach verschiedene Farbprofile einstellen, die z.B. den Look alter Filme simulieren. Auch wenn man in RAW fotografiert, ist diese Einstellung interessant, da sie die Darstellung im Sucher bzw. Monitor beeinflusst.

Für Farbbilder verwende ich normalerweise die Voreinstellung Natural. Für die Schwarz-Weiß-Fotografie bietet sich der Bildmodus Monoton an. Damit erscheint die Szene im Sucher bzw. auf dem Monitor in schwarz-weiß, so dass man bereits beim Fotografieren die Bildwirkung viel besser beurteilen kann.

Der ausgewählte Bildmodus lässt sich in der Regel in Untermenüs noch weiter den eigenen Vorstellungen anpassen. Für Auswahl und Feineinstellung des Bildmodus empfiehlt sich allerdings eher das Kontrollfeld, da man dort die Änderungen sofort im Bild sehen kann.

2. Bildqualität*

Für JPEG-Aufnahmen sollte man die werksseitige Voreinstellung L F (volle Bildgröße, feine Details) auf das weniger stark komprimierende L SF (volle Bildgröße, sehr feine Details) ändern, um die bestmögliche JPEG-Bildqualität zu erhalten.

Menü - Aufnahmemenü 1 - Bildqualitäts-Einstellungen - L SF

Der einzige Nachteil gegenüber L F ist der, dass die Dateien größer werden. L F könnte also Sinn machen, wenn (z.B. auf Reisen) der Speicherplatz knapp ist. Alle anderen Einstellungen sind keinesfalls zu empfehlen, da sie die Bildqualität stark eingeschränken.

Anmerkung: im Aufnahmemenü 1 finden sich auch die Einstellungen Bildverhältnis und Digitaler Tele-Konverter. Beide führen dazu, dass nur ein Ausschnitt der Sensorfläche verwendet wird. Wenn man vergisst, sie wieder zurück zu stellen, wird die Auflösung der JPEG-Aufnahmen ungewollt verschlechtert. Ich würde diese Einstellungen deshalb möglichst nicht anfassen. Wenn man das Bild beschneiden möchte, kann man dies leicht bei der Nachbearbeitung tun.

Anwendermenü (Zahnrad)

3. Rauschfilter

Der Rauschfilter ist werksseitig auf Standard voreingestellt. Mich stört das Rauschen allerdings weniger als die vom Rauschfilter erzeugten tupfenartigen Strukturen und die damit verbundenen Detailverluste. Ich habe den Rauschfilter deshalb deaktiviert.

Menü - Zahnrad - [E1] - Rauschfilter - Aus

Achtung, nicht mit der darunter stehenden Rauschminderung für lange Belichtungszeiten verwechseln! Diese sollte auf Auto eingestellt bleiben.

4. Warme Farben

Glühlampen werfen ein eher warmes Licht, das wir aber als weiß wahrnehmen. Der automatische Weißabgleich arbeitet in der Werkseinstellung so, dass diese warme Tönung erhalten bleibt. Weiße Flächen wirken dadurch im Bild eher gelblich. Normalerweise ist mir eine neutrale Farbwiedergabe lieber, bei der weiße Flächen auch weiß erscheinen.

Menü - Zahnrad - [G] - WB Auto Warme Farben - Aus

Das Bild kann dadurch allerdings deutlich kühler wirken, als wir die Szene wahrnehmen. Im Zweifelsfall muss man also nach Geschmack entscheiden oder den Weißabgleich manuell einstellen.

Kontrollfeld

Kontrollfeld

Auf dem Kontrollfeld finden sich im oberen rechten Teil zahlreiche Einstellungen für JPEG-Aufnahmen übersichtlich zusammengefasst. Dazu gehören Einstellungen für den Weißabgleich (A±0, G±0), Bildmodus (Natural), Schärfe (S±0), Kontrast, Sättigung und vordefinierte Gradationskurven (Normal). Weiter unten gibt es auch eine selbst parametrisierbare Gradationskurve.

Referenzen

  1. Gordon Laing, In Camera: How to Get Perfect Pictures Straight Out of the Camera. Ilex Press, London, 2017.

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